River Gacka (Croatia) 

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In den 80er Jahren war die Gacka für viele Fliegenfischer ein mythisches Reiseziel. Die vielen Schlüpfe, der Reichtum an Makrobenthos und Fischen, und die Schönheit dieses einzigartigen Kreideflusses machten ihn zu einer Legende. Bis zum Ausbruch des Balkan-Krieges im Dezember 1990. Das alte Hotel Gacka ist noch immer Zeuge des Schreckens des Krieges. Es liegt heute verlassen und trägt noch immer die Wunden der Kugeln in den Wänden.


Ich war als junger Fliegenfischer hier, kurz vor dem Balkan-Krieg. Es war mein erster Kreidefluß. Die Gacka war zu dieser Zeit das Ziel von Fliegenfischern aus aller Welt. Er war voller Forellen und am Abend waren die Schlüpfe unvorstellbar zahlreich. Das klare Wasser und der Insektenreichtum waren auch für den fähigsten Angler eine echte Herausforderung. Und hier bin ich wieder, nach all den Jahren. Ich komme am Abend an. Obwohl keine Zeit zum Angeln ist, wirft mich der erste Blick von der Brücke zurück in jene Tage, als nur Forellen und Äschen die Fische meiner Träume waren.


Ich logiere im neuen Hotel Gacka, das direkt hinter dem früheren gebaut wurde. Am nächsten Morgen wache ich um 7 Uhr auf, frühstücke und rase ans Wasser. Es ist ein kalter und nebliger Oktobermorgen. Im Wasser gibt es keine Anzeichen von Aktivität. Manchmal sehe ich in der Tiefe Forellen, die sich langsam bewegen. Ich entscheide mich für eine beschwerte Gammarus-Imitation


Ich fange einige mittelgroße Regenbogenforellen. Hier soll sich die Regenbogenforelle akklimatisiert haben und laichen können.


Als ich stromabwärts gehe, sehe ich eine große Forelle. Sie sieht aus wie eine typische Gacka-Bachforelle. Ich werfe den Gammarus gut vor seine Fütterungszone und lasse ihn in der Strömung sinken.


Beim dritten Versuch sehe ich das Weiß ihres Mundes, Strike! Er ist ein starker Fisch, der mir ein paar Mal die Fliegenschnur von der Rolle zieht. Es wird eine 3-Pfund BaFo sein .. Ich stelle den Kescher unter ihren Körper und ... sie beugt ihren Rücken, greift nach dem Rand des Keschers und macht sich frei. Ich bin in der gedämpften Stille fassungslos. Was für einen Fisch!


Gegen 9 Uhr morgens kommt die Sonne durch die dichten Nebelschwaden und enthüllt den Fluss in seiner ganzen Schönheit.


Es ist jetzt viel einfacher, den Fisch zu erkennen, der tatsächlich zu steigen beginnt. Bei wärmeren Temperaturen beginnen die Eintagsfliegen zu schlüpfen.


Die größeren Fische sind noch tiefer in der Wassersäule aktiv. Gegen Mittag sehe ich einen großen Schatten in einer Graswaldlichtung schwimmen. Ich montiere eine beschwerte Eintagsfliegennymphe auf Haken 10 und fange an, den großen Fisch zu pirschen. Die Forelle schwimmt mindestens 2 Meter tief. Beim zehnten Versuch bin ich fast soweit aufzugeben, als sie mit einer schnellen Bewegung an der Seite beschließt, meine Nymphe zu nehmen.


Es ist eine fette Regenbogenforelle um die 60 cm, die ich, nach einem harten Kampf und einem schnellen Foto, in ihr Element zurücksetze.


Um 13 Uhr gehe ich zum neuen Hotel Gacka, wo ich mir ein köstliches Schnitzel gönne.


Nach dem Mittagessen am Fluss hat sich die Musik geändert. Der Gammarus hat es geschafft. Die Fische beginnen auf einen ziemlich massiven Schlupf von Baetidae-Eintagsfliegen zu steigen.


Es ist nicht einfach, die Forellen jetzt zu tricksen. Sie sind in der Sonne sichtbar, aber ich bin es auch für sie.


Ich muss heute Glück haben, ich fische ganz alleine. Die Schönheit dieses Kreideflusses ist atemberaubend. Alles ist wie in meinen Erinnerungen vor vielen Jahren.


Schließlich wähle ich ein Oliven-Emerger-Muster, das die Forelle davon zu überzeugen vermag, es zu nehmen. Es ist nicht einfach, unter den vielen Fischen und Insekten die treiben, ständig Erfolg zu haben.


Die Show der steigenden Fische wird immer eindrucksvoller. Sie ernähren sich von oberflächennahen und oberflächensteigenden Nymphen. Rücken hinterlassen Spuren auf dem Wasser, rasende Flossen erscheinen wie kleine Haie.


Manchmal habe ich Erfolg, aber die meiste Zeit fülle ich meine Sinne mit diesem Wunder der Natur, während meine Fliegen unberührt treiben.


In der Abenddämmerung hoffe ich auf einen klassischen "Coup de Soir", aber wegen der späten Saison gibt es keinen. Einige spärliche Fische steigen noch. Ich fange ein paar kleinere Forellen auf einem winzigen schwarzen Mückenmuster und genieße einen atemberaubenden Sonnenuntergang..


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